Humor als wertvolle Intervention

Humor ist weit mehr als Lachen – er ist ein Werkzeug, eine Haltung, eine neue Perspektive – und auch eine Gratwanderung, sagt Marcel Briand, diplomierter Krankenpfleger und Clown, bei seinem Vortrag in Lauterach.

Im Pflegealltag ist die humorvolle Anteilnahme eine entscheidende Kompetenz. Gerade in der Demenzpflege entstehen immer wieder Momente, die für Betroffene oder Pflegende beschämend oder belastend sein können. Mit dem richtigen Gespür und einer Prise Humor gelingt es oft, solche Situationen zu entschärfen. Aus einem Augenblick der Unsicherheit wird ein gemeinsames Schmunzeln – nicht über den Menschen, sondern mit ihm. Das nimmt Druck aus der Situation, bewahrt die Würde aller Beteiligten und schafft Entlastung.

Humor bedeutet oft auch, die Perspektive zu wechseln. Er lädt dazu ein, Gewohntes zu hinterfragen, Menschen nicht auf ihre Erkrankung zu reduzieren und den Blick auf das zu richten, was verbindet. „Ich bin davon überzeugt, dass die humorvolle Interaktion das Potenzial birgt, für die Langzeitpflege ein vernünftiges, praxisnahes und wirtschaftliches Modell zu sein. Ein Modell, das – neben anderen Ansätzen – dazu beitragen kann, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Arbeitsklima nachhaltig positiv zu beeinflussen“, berichtet der erfahrende Pflegefachmann.

Der Vortrag „Humorvolle Interaktionen und Methoden bei Demenz“ war der Abschluss einer 3-teiligen Vortragsreihe zum Thema Demenz, die von den Aktion Demenz Gemeinden Hard, Wolfurt und Lauterach organisiert wurden.

Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.

Albert Camus

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