Jugendliche interviewen Primar Dr. Albert Lingg

Was können wir tun, wenn Eltern, Großeltern krank werden? Wie können wir am besten mit ihnen umgehen?

Primar Dr. Albert Lingg: „Das hängt von der Art und vom Stadium der Demenz ab. Am Anfang, wenn sie vergesslich werden, sollte man nicht darauf „herumhacken“ sondern ihnen sozusagen über diese Lücken hinweghelfen. Das ist die Phase mit diesen berühmten Zetteln, die überall kleben. Man versucht ihnen den Alltag etwas übersichtlicher zu gestalten. Sie sollen einerseits gefordert, aber andererseits nicht überfordert sein.

Später ist es wichtig, wenn man merkt, man stößt an Grenzen, dass man sich informiert. Dieses „Validieren“ zum Beispiel – eine Methode, die betroffene Menschen nicht ständig korrigiert, sondern sie dort „abholt“, wo sie sich gerade befinden – ist ein grundsätzlicher Zugang, den man als Angehöriger ebenfalls praktizieren kann.

Es kann ein Enkel, der auf Besuch kommt und diese Einstellung mitbringt, unheimlich viel bewirken. Wenn er mit dem Opa nicht streitet, wer im Recht ist, sondern ihn dazu auffordert mehr zu erzählen, aus der Jugend, von damals, vom Fußball, vom Boxen oder vom Schifahren. Da können tolle Geschichten herauskommen, die auch den Erzähler sehr freuen.“
Ausschnitt aus einem Interview mit Primar Dr. Albert Lingg, geführt von Julia Zehenter, Meike Mes, Elisabeth Bömcke, Aysegül Kuzugüdenli und Bernadette Ramspeck (Wahlpflichtfach Kulturvermittlung, Leitung: Sabine Benzer, Gymnasium Schillerstraße Feldkirch)

Über den Autor / die Autorin

Frauke Kühn

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