„Werden Katzen auch dement?“, heisst es auf der Tafel, die Kirsten Helfrich fürs Fotoshooting vor zwei Wochen auswählte. „Ich mag surrealistische Fragen“, sagt die Künstlerin, „da hat noch nie jemand darüber gedacht“, bisher habe sie Demenz immer mit Menschen in Verbindung gebracht.

Vor ein paar Tagen nun wurde die Frage erneut ausgeführt. Birgit Sieber hatte sie im Fragen-Depot des vorarlberg museum abgeholt und in der Bregenzer Fussgängerzone an die frische Luft gesetzt. „Wenn man Menschen irritiert, kommt man mit ihnen sind Gespräch“, sagt die Lehrerin gegenüber dem „Standard“: http://derstandard.at/2000033584965/Demenz-Fragen-ueber-das-Vergessen

„Die einen Leute gehen vorbei und schmunzeln, die anderen suchen das Gespräch“, berichtet Birgit Sieber. Ein paar Beispiele aus der Geschichtenrettung:

  • Ein kleines Mädchen bemüht sich angestrengt, die Buchstaben meiner Tafel zusammen zu lauten. Als sie den Satz entziffert hat, lächelt sie und hüpft vergnügt weiter.
  • Ein alter Mann liest die Frage und möchte mir die Tafel sofort abkaufen, seine Tochter aber wird ganz unruhig und sagt: „Papa, das kann man nicht kaufen, komm du musst essen gehen.“
  • Drei Passanten erzählen, warum sie glauben, dass ihre Katzen dement waren: die eine Katze fand nicht mehr nach Hause; die andere glaubte plötzlich, sie sei ein Hund und legte sich mit großen Hunden an; und die dritte fand das Katzenklo nicht mehr und pisste überall hin.

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Mark Riklin

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